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VNC: Der Mac aus der Ferne bedient

Der Trend geht zum Drittrechner. Ist ja auch logisch. Dank iTunes und Rendezvous ist es ganz einfach, die Musiksammlung quer durch die Wohnung zu senden, will aber nich überall eine Tastatur einstauben lassen. Oder man sitzt da vor dem Laptop, hat dank Airport direkten Kontakt zum Rechner im anderen Raum, und deshalb alle Dateien und das Internet schön auf dem Sofa. Aber dann muss schnell was geändert werden in den Systemeinstellungen, oder auf dem iMac wird gerade eine Website angezeigt, die man einfach nicht selbst suchen will. Extra aufstehen? Ist doch albern. Oder der Rechner im Büro muss gewartet werden. Oder ein Bekannter will etwas repariert bekommen. Mac OS X kann das. Mit den Bordmitteln des Betriebssystems und kleinen, kostenlosen Progrämmchen lässt sich der gesamte Bildschirminhalt über jede Verbindung senden - und vom anderen Ende aus bedienen.

Das System heisst VNC, und es steht für Virtual Network Computing. 2 Teile bedarf es: Eines Servers (der das Bild schickt) und eines Clients (der es anzeigt). Vielleicht ist es den langjährigen Macianern bekannt durch Apple Remote Desktop, bei dem das Betriebssystem immer den Client mitinstallieren wollte, der Server aber dazuzukaufen war. Bei VNC ist es ein bisschen anders: Der VNC Server ist vorinstalliert, aber unsichtbar für den Mausschubser. Was es braucht, ist eine übersichtliche Oberfläche, die einem das Einstellen und Konfigurieren erleichtert.

Das System
Das System auf dem fernzusteuernden Gerät muss vorbereitet werden. Der Rechner selbst darf nicht in den Ruhezustand gehen, der Bildschirm und die Festplatte schon. Ausserdem ist es empfehlenswert, wenn der Rechner automatisch nach einem Stromausfall neu startet. All das ist zu regeln im Kontrollfeld "Energie sparen". Falls der ensprechende Rechner über DSL oder Modem am Internet angeschlossen ist, wechselt die IP-Adresse regelmäßig. Dafür zum Ende dieses Textes gehen und im Kommentar die entsprechenden Empfehlungen befolgen. Falls man sich nicht sicher ist: kurz auf das "Netzwerk"-Kontrollfeld gehen und dort unter TCP/IP nachschauen, ob per DHCP oder PPP zum Internet verbunden wird. Falls eins der beiden zutrifft: ab nach ganz unten! ;-)

Der Server
Der Rechner, der aus der Ferne bedient werden will, bekommt eine kleine Software wie OSXvnc oder Share My Desktop aufgespielt. Beide Programme liefern Bilder über das Netz, so lange das Programm läuft, Share My Desktop lässt sich aber auch so einstellen, dass das Programm nur zum Hoch- und Runterfahren benutzt wird und dann beendet werden kann - das Innere des Systems übernimmt dann die Arbeit und wir haben weniger Programm-Icons im Dock - und so haben wir es am liebsten... Ein bisschen Arbeit zum Einstellen ist nötig. Alan Graham hat eine bebilderte Anleitung für Share My Desktop geschrieben, die ich zusammenfassend hier übersetze.
Das Programm startet mit dem üblichen Doppelklick. Das tatsächliche Fenster, das auftaucht, können wir links liegen lassen - wir brauchen mehr! Also gleich in die Preferences (im "Programmmenü", gleich rechts vom kleinen Apfel) abtauchen und dort den Port eingeben, den man benutzen will. 5901 ist gut, aber die letzte Ziffer lässt sich ohne Bedenken ändern. Diese Nummer muss nachher im Client eingegeben werden - also merken! Das Passwort stellen wir woanders ein. "Allow Computer to sleep" darf nicht angewählt werden, denn ein schlafender Rechner lässt sich nicht aufwecken durch das Klopfen eines VNC Clients. Aber der Bildschirm darf sich ruhig ausschalten - das spart Strom.
Ein Menü weiter rechts, genannt "File", ist der unauffällige Eintrag "Manage System VNC Server" - das klingt gut. Hier ist ein weiteres Einstellungsfeld, Und das ist unser Spielfeld.
Damit es losgehen kann, muss unten links auf das Schloss geklickt werden und das Administrator-Passwort eingegeben werden.
Dann das Feld oben rechts anklicken (Install VNC Server), damit läuft der Server im Hintergrund. Jetzt der Mittelteil: Passwort eingeben (und merken, der Client braucht das, um sich anzumelden), noch mal den Port eingeben, und nach Geschmack den Namen des Rechners einstellen, der dann am anderen Ende auftaucht. "Start VNC Server on Startup" ist noch wichtig, dann läuft der Server auch nach Neustarts und Stromausfällen. Um diese Änderungen zu aktivieren, einfach auf "Apply Settings" klicken. Schliesslich unten rechts den VNC anschalten. Jetzt ist er aktiv, und mit der Kombination aus IP-Adresse, Port-Nummer und Passwort kann der Zugriff von irgendwo da draussen erfolgen.
Im Haupfenster des Programms ist die derzeitige IP-Adresse praktischerweise noch einmal angezeigt. Mit dem Programm sind wir fertig - wir können es beenden und brauchen es erst wieder zu benutzen, wenn wir den Server wieder runterfahren wollen - oder Einstellungen ändern.

Die Fernbedienung (Client)
Dieses Programm hat die Aufgabe, den Bildschirminhalt anzuzeigen. Chicken of the VNC macht das, aber auch VNC Viewer. Letzteres kann ich wärmstens empfehlen, denn es unterstützt Bildkompression. Auf deutsch: weniger Datenmenge, die fliessen muss. Das Programm ist schlank und schnell heruntergeladen. Gestartet, zeigt es zunächst - nichts! Nur das Programmmenü zeigt an, dass da ein Programm läuft. Also File/Open (oder Apfel-O, wenn die Maus zu weit weg ist). Das Fenster taucht auf, an der sich die Daten des Gerätes, das ferngesteuert werden soll, eingeben lassen. Oben erst mal die IP-Adresse eingeben, dahinter die 4-Stellige Portnummer (z.B. 5901 - wir erinnern uns). Die Color Depth lässt sich gut auf 64 Farben (8 Bit) runterregeln, das macht es nicht unbedingt schön, aber schön schnell. Die ganzen Encodings können alle ausgewählt werden. Falls es Probleme gibt, können sie einzeln ausgeschaltet werden, um zu gucken, welches Probleme bereitet. Diese reduzieren die Datenrate, sollten also am besten an sein!
Das reicht - einfach auf okay klicken. Die Frage nach dem Passwort richtig beantworten, und wir haben ein kleines Fenster, das einen kleinen Teil des Bildschirms des anderen Rechners darstellt. in der Menüleiste den grünen Knopf gedrückt, und wir haben den Bildschirm auf (fast) voller Größe!
Ab jetzt ist das Anmelden ganz einfach, da sich der Client die Einstellungen merkt:

  • Programm starten
  • Apfel-O
  • Enter drücken
  • Passwort eingeben

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