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Leopard: Should I stay or should I go?

LeoAuf TUAW ist ein Artikel (engl.) erschienen, der Rat gibt, wer sein Betriebssystem aktualisieren kann und wer noch warten sollte. Der lässt sich natürlich ins Deutsche übertragen, und dabei noch erweitern...

Erica Saduns Ratschäge:

  • Falls man nur einen Computer besitzt, und dieser produktiv eingesetzt wird, sollte dieser vorerst beim Tiger bleiben. Apple sollte die Möglichkeit gegeben werden, die wichtigsten Fehler, die sich bei einer weitgehenden Neuentwicklung des Betriebssystems unweigerlich einschleichen, auszubügeln. Zwar wurde Mac OS 10.5 ausgiebig getestet, und die ersten Eindrücke sind sehr gut, doch steckt der Teufel meistens im Detail.

  • Wer Adobe Software benutzt und auf Verlässlichkeit angewiesen ist, sollte warten. Zwar sollen die Kernprogramme Photoshop, InDesign und Illustrator den Wechsel schadlos überstehen, doch ist das letzte Wort nicht gesprochen. Programme wie Lightroom und Premiere haben noch einige Schwierigkeiten, die Adobe in einem aktuellen Statement (pdf) zu verstehen gibt.

  • In einem Netzwerk mit Windows-Computern sollte noch nicht der Tiger ersetzt werden. Apple hat Einiges an den Netzwerk-Protokollen getan, vieles verändert - und da sollten die ersten Updates einrollen, bevor es produktiv eingesetzt werden kann.

  • Liegen viele Systemveränderungen vor, sollte ebenfalls noch kein Upgrade erfolgen. Es stellte sich schon am Release Day heraus, dass APE, der Application Enhancer von unsanity, Schwierigkeiten bereitet bei der Standard-Aktualisierung von Mac OS X - sofern sie in einer älteren Version (vor 2.0.3) installiert wurden. Für manche bleibt dieser Application Enhancer ausserdem unsichtbar, da er sich z.B. in einem Maustreiber versteckt. Und auch andere Tools und Spielzeuge, die tiefer in die Systemressourcen eingreifen, sollten entweder vor der Leopard-Installation auf Kompatibilität geprüft oder deinstalliert werden.


Es lassen sich noch einige weitere Punkte hinzufügen:

Aperture. Apple hat eine Warnung veröffentlicht, dass es bei der gleichzeitigen Verwendung von Time Machine und Aperture zu Datenverlust in der Aperture-Datenbank kommen kann.

Inkscape. Der kostenlose Open-Source Vektorgrafik-Ersteller Inkscape kann ein Problem haben mit 2 X11-Aliassen im Dienstprogramme-Ordner. Falls dies der Fall ist, behebt das Löschen von "X11 Alias" (und Beibehalten von "X11") das Problem - und Inkscape kann starten.

X11 Mit 10.5 wird die X11-Fensterumgebung, die viele Unix-Programme auf den Mac holt, in der Standard-Installation mitinstalliert. Das macht die Installation von Open Office zu einem wirklichen Drag & Drop. Ab Version 2.2 läuft dieses kostenlose und dem kommerziellen Konkurrenten sehr ähnliche Büropaket auch tadellos unter Leopard. Bei anderen Programmen wie FontForge (zur Schriftenerstellung) oder GIMP (Bildbearbeitung) bedarf es einer Neuinstallation - mindestens.

Empfohlene Vorgehensweise

1. Backup

Es gibt keinen zu geringen Grund für eine umfassende Sicherungskopie aller Daten eines Computers. Barometer fällt? iPhoto-Backup! Öl-Preise steigen? iTunes-Bibliothek sichern! Und wenn nach 2 Jahren eine Aktualisierung des Betriebssystems ansteht, sollte eine besonders gründliche rituelle Reinigung zur Vorbereitung dazugehören. Wer an Murphy's Gesetz glaubt, wird mir zustimmen: Wenn eine gute Sicherung aller Daten erfolgt, geht auch bei der Installation nichts schief - denn sonst wäre der zusätzliche Arbeitsaufwand ja nicht für die Katz. Die sicherste Methode, Murphy zu überlisten!

2. Festplatten-Dienstprogramm

Mindestens die beiden Wartungsoptionen der Ersten Hilfe, nämlich "Volume-Zugriffsrechte reparieren" (geht im laufenden System) und "Volume reparieren" (muss von DVD/externer Festplatte gestartet werden) sollten vor der Installation durchlaufen. Es lässt sich auch von der Leo-DVD starten, dort versteckt sich oben im Menü "Dienstprogramme" das besagte Programm. Wer kann und hat, sollte auch noch weitere Programme wie Disk Warrior oder Tech Tool Pro ihre Arbeit machen lassen. Sicher ist sicher!

3. Archivieren und installieren

Kurz bevor die Installation startet, kann, darf und sollte unten links der Button "Optionen" angewählt und anstatt "System aktualisieren" die Variante "Archivieren und Installieren" nebst "Benutzer und Einstellungen übernehmen" ausgewählt werden. Damit wird das alte System in abgespeckter Form in einen Ordner gelegt, und ein komplett neues wird installiert. Dieses greift sich dann alle Programme, Dateien, Voreinstellungen und Ressourcen, die Mac OS X für wichtig hält. Die gesamten Benutzer-Ordner werden übernommen, und tief ins System eingreifende Tools (wie APE) bleiben im alten Benutzerordner - und können per Hand übernommen oder gelöscht werden. Diese Option hat sich bisher noch immer als die Beste erwiesen - und auch bei Leopard gibt die bisherige Erfahrung dieser Annahme recht.

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