" /> MUG-BS - Think Different: Mai 2010 Archives

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28.05.10

Warum das iPad die Zeitung nicht ersetzen kann

Das iPad soll Hoffnungsträger des Journalismus sein. Natürlich hat ein digitales Lesegerät immense Vorteile im Vergleich zur normalen Zeitung, und der Ausfall einer großen Menge des Altpapiers ist nur ein trivialer. Jedoch hat es auch Einiges an Nachteilen gegenüber dem gedruckten Exemplar. Hier sind die Wichtigsten:

Nachteile des iPads gegenüber gedruckten Zeitungen

  1. Ein iPad lässt sich nicht am Frühstückstisch teilen. Wirtschaftsteil links, Feuilleton rechts - das hat noch so manche Ehe über die Jahre gerettet.
  2. Das Ausschneiden, Textmarkern und Versenden von Artikeln, eine beliebte Beschäftigung von älteren Verwandten, ist schwierig bis unmöglich.
  3. Im Büro die Zeitung mit aufs Klo zu nehmen wird auffälliger.
  4. Privatdetektive müssen sich ein anderes Accessoire für die unauffällige Observation suchen.
  5. Millionen dressierte Hunde werden arbeitslos.
  6. Fliegen erlegen, berühmter Nebennutzen einer Tageszeitung, kann mit dem iPad teuer werden.
  7. Das traditionelle Prospekte-Herausschütteln funktioniert nicht (technisch möglich dank Beschleunigungssensor - Update?)
  8. Die Ausgaben vom Vortag können nicht mehr zum Auslegen von Schubladen, Biotonnen usw. verwendet werden.
  9. Was sollen halbverrückte Eremiten in ihren Wohnungen stapeln? (Film - The Onion)
  10. Hilft nicht viel bei Renovierungen (Quelle - Titanic)

Vorteile des iPads gegenüber gedruckten Zeitungen

  1. Verschwörungstheoretiker können ihre Psycho-Wand aus Fotos und Textschnipseln digital erstellen und immer mit sich führen.
  2. Das Ausschneiden, Textmarkern und Versenden von Artikeln, eine beliebte Beschäftigung von älteren Verwandten, ist schwierig bis unmöglich.
  3. Niemand sieht, dass man eigentlich nur den Sportteil liest.
  4. Keine Nacktbildchen mit anzüglichen Sinnlostexten auf der Titelseite (Spiegel berichtete -Thank you, Steve!)
(wird ständig erweitert)

19.05.10

Steam auf dem Mac, Portal umsonst

portal love
Die Spieleindustrie entdeckt den Mac als Absatzmarkt. Der Distributor Valve, der mit seiner Online-Plattform Steam Spiele über das Internet anbietet, hat diese Plattform auf den Mac übertragen. Zu diesem Anlass gibt es für kurze Zeit (bis zum 24. Mai) das Spiel "Portal" kostenlos.

Portal (YouTube) passt zum Mac wie kaum ein weiteres: mit seiner stromlinienförmigen, beinahe sterilen Ästhetik weiss der Macianer sofort, dass er zu Hause ist. Die Handlung des preisgekrönten Spiels führt in eine ganz andere Richtung - eine bitterböse Versuchsanordnung. Das Spiel spart nicht an Humor und Selbstironie, dafür aber an Waffen und Blut: die einzige Waffe ist ein Gerät, dass Portale erzeugen kann, und wenn irgendwo Blut auftaucht, dann nur das Eigene. Portal Icons

Die gelegten Portale teleportieren den Spieler von einem Ort zum anderen. Dabei wird auf die Physik geachtet: Was mit Geschwindigkeit in das Portal eintritt, behält diesen Drall auch auf der anderen Seite - bis ihn Schwerkraft oder andere Hindernisse abbremsen. Natürlich lassen sich Portale nur auf bestimmten Oberflächen anbringen, Metall und Glas lassen Durchgangsträume zerplatzen wie Seifenblasen.

Portal baut auf die Technik des Spiels Half-Life auf, einem Ego-Shooter in einer sehr düsteren Zukunftsvision. Die Rahmenhandlung übernimmt Elemente dieser Welt wie z.B. die Firma Aperture Science, der wir in Portal den Hindernisparcours zu verdanken haben.

Die Haupthandlung des Spiels ist nicht besonders lang, aber mit Witz erzählt. Zudem gibt es die Möglichkeit, die einzelnen Level des Spiels auf Zeit, Schrittzahl oder Anzahl der Portale optimiert durchzuspielen. Weiterhin gibt es eine Unmenge an frei verfügbaren Maps, die das Spiel erweitern.

Das Konzept dieses Spiels ist so überzeugend in seiner Schlichtheit, dass es inzwischen eine Menge an Hommagen und Nachahmer gefunden hat, z.B. in zweidimensionaler Form als Flash-Variante von wecreatestuff.


Bilder:
moddb